news von Donald aus Entenhausen

Freunde, jetzt mal ehrlich: Bei wem von euch gehört Demut zu den Führungsprinzipien?

Seit über 20 Jahren habe ich das Glück, unzählige Manager/innen und Unternehmen zu treffen. Frage ich sie, welche Tugenden ihnen wirklich wichtig sind, kommen am häufigsten: Vertrauen, Verantwortung, Respekt.
Alles wichtige Werte – und doch fällt mir seit Jahren auf: Noch immer spricht kaum jemand von Demut im Management.

Dabei schrieb schon Sokrates: „Demut ist die grösste aller Tugenden.“ Vielleicht liegt es daran, dass Demut in Organisationen oft missverstanden wird.

Viele verknüpfen sie mit Schwäche: Man macht sich klein, zieht sich zurück, lässt anderen den Vortritt. Doch das ist ein Mythos. Demütige Menschen sind nicht zerbrechlich. Im Gegenteil: Sie haben ein gutes Selbstvertrauen, welches ihnen gerade erlaubt, sich selbst objektiver, andere wertschätzender und mit neuen Informationen offener umzugehen.
Demütige Menschen halten nicht weniger von sich, sie denken nur weniger an sich!

Gerade in Krisenzeiten kann diese Einstellung den entscheidenden Unterschied machen.

Denn wir stehen vor Herausforderungen, die niemand allein lösen kann. Wir brauchen Hochleistungsteams, in denen jede/r seine Talente und Fähigkeiten einbringen kann. Wir brauchen Vorgesetzte, die sich selbst nicht zu wichtig nehmen, zu ihren Schwächen stehen und offen für die Ideen anderer sind. So schaffen wir ein Umfeld, in dem Individuen und Teams wachsen und die besten Lösungen entstehen.

Der Begriff selbst geht übrigens auf die beiden Wörter „dienen“ und „Mut“ zurück. Dem Kollektiv dienen und den Mut haben, abzugeben und zuzulassen. Das ist es, was Potenziale entfaltet und Innovationen beschleunigt.

Gerade in Zeiten, wo die „starken Männer“ in der Politik wieder auf dem Vormarsch sind und vorgeben, alles zu wissen und für alles die passende Antwort zu haben, wäre Demut das Gegengift. Viel zu oft habe ich aber mittlerweile das Gefühl, Zuhören war gestern – heute gilt: my way or no way.

So wie bei Donald aus Entenhausen, der gerade vor den Vereinten Nationen behauptete, persönlich sieben Kriege beendet zu haben und dafür den Friedensnobelpreis verdient.

Dieser Beitrag wurde von Wolfang Jenewein am 29.09.2025 auf LinkedIn veröffentlicht.

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