Liebe deinen grössten gegner und du wirst besser!
Wer am Wochenende Sport gesehen hat, konnte es live mitverfolgen: Es verändert sich was in der Sportwelt.
Früher war Spitzensport oft gleichbedeutend mit Rivalität:
Im Tennis:
Becker vs. Stich
Im Fussball:
Ronaldo vs. Messi
Im Skisport:
Hermann Meier vs. Stefan Eberharter
Man respektierte sich – aber Nähe? Freundschaft? Niemals!
Heute sehen wir etwas Neues:
Die Besten der Besten kämpfen erbittert auf dem Platz und sind daneben echte Freunde.
Sie reisen gemeinsam, trainieren zusammen, geben sich Tipps und pushen sich gegenseitig zu immer neuen Höhen:
So sind beispielsweise Sinner und Alcaraz dieses Jahr gemeinsam in einem Privatjet zu den Australian Open gereist.
In den Interviews nach dem Finale zwischen Alcaraz und Djokovic bekundeten beide gegenseitig was für ein Privileg es ist mit dem anderen spielen und trainieren zu dürfen. Dabei hat man zu keiner Zeit das Gefühl es ist nur eine nette Floskel, sondern es kommt vom Herzen!
Auch im Skisport sind die Protagonisten weniger Rivalen als Freunde. Das war gestern wieder zu sehen als Franjo van Almen den lange Zeit führenden Dominik Paris die Bestzeit wegschnappte. Der Italiener verneigte sich vor der Leistung des Schweizers und umarmte ihn herzlich als er ihm den „roten Siegerstuhl“ überliess.
Viele glauben irrtümlich und intuitiv:
- Abgrenzung schützt.
- Rivalität macht stark.
- Nähe schwächt den eigenen Vorsprung.
Ich selbst hab auch einmal so gedacht!
Anfangs meiner Crossfit Journey bin ich auf Wettkämpfe gefahren und hab mich allein in einer Ecke vorbereitet. Oft hab ich mich dabei ertappt, wie ich schlecht über meine Konkurrenten sprach. Nach dem Motto den mach ich heute fertig!
Am Ende bin ich einsam mit schlechten Ergebnissen nach Hause gefahren. Bis eines Tages der weltbeste Athlet in meiner Altersklasse Vincent Diephuis auf mich zukam und sagte: „Hi my Name is Vince, I saw you quite often at the last events do you want to exchange Experiences?“ Da war ich platt und fühlte mich schlecht. Wir hatten ein wunderbares Gespräch und wurden echte Freunde. Diese Begegnung hat mich verändert, weil ich die Kraft von COOPETITION erleben durfte. Kooperation und Competition gleichzeitig das geht und lässt uns wachsen.
Warum funktioniert diese Nähe unter Konkurrenten?
- Die Forschung zeigt: Die blosse Anwesenheit leistungsstarker Peers steigert Fokus, Intensität und Präzision
- Studien belegen, dass kooperative Rivalität zu höherer Lernkurve und nachhaltiger Spitzenleistung führt.
- Wer den anderen nicht als Bedrohung, sondern als Lernquelle sieht, entwickelt sich schneller.
Freundschaft unter Konkurrenten bedeutet nicht weniger Ehrgeiz sondern mehr Offenheit und mehr Entwicklung.
Leider sehe ich in der Wirtschaft und im Management immer noch mehr Abgrenzung und Konkurrenz als Nähe. BMW vs. Audi; Deutsche Bank vs. UBS; Allianz vs. AXA um nur einige Beispiele zu nennen.
Dieser Beitrag wurde von Wolfgang Jenewein am 02.02.2026 auf LinkedIn veröffentlicht.