"...I know the names and faces of nearly 20'000 of our employees."
- Leena Nair (CEO of chanel)

Schwarz-weiss Porträt von Leena Nair, CEO von Chanel

„I love knowing people.“

Ein Satz, der fast aus der Zeit gefallen wirkt. Er kommt von Leena Nair der CEO von CHANEL und wirkt besonders, denn viele wissen: Je höher man steigt, desto schwieriger wird es, echte Beziehungen in der Organisation aufzubauen.

Distanz wächst automatisch. Filter entstehen. Begegnungen werden formeller.

In Organisationen sprechen wir über Human Resources, über Kostenstellen, über Headcount, FTEs und Effizienzquoten. Menschen werden gezählt, geplant, optimiert. Selten wirklich gemeint.

Umso erfrischender wirkt es, wenn eine CEO offen sagt:

Ich liebe es, Menschen zu kennen.

Leena Nair kennt Berichten zufolge rund 20.000 Namen und Gesichter ihrer Mitarbeitenden bei Chanel. Sie merkt sich Lebensgeschichten. Kontexte. Hintergründe. Nicht, weil es erwartet wird, sondern weil es sie interessiert.

Unter einem Video mit ihr liest man immer wieder denselben Satz:

„For someone like her, I would love to work.”

„So proud to work for Chanel, an outstanding leader she is.”

Warum berührt das so viele? Weil es ein Gegennarrativ ist zu einer Arbeitswelt, in der Menschen oft auf Funktionen reduziert werden.

Die Forschung bestätigt diesen Effekt klar: Studien zur perceived recognition und leader-member exchange zeigen, dass Mitarbeitende, die sich als Individuen wahrgenommen fühlen, signifikant höhere Bindung, Motivation und Verantwortungsübernahme zeigen (unabhangig von Vergütung oder Titel).

Oder anders gesagt: Menschen leisten nicht mehr, weil sie besser gemanagt werden. Sondern weil sie sich gesehen fühlen.

Nähe ist dabei keine Sentimentalität. Sie ist ein Führungsinstrument. Wer Menschen kennt, versteht Systeme besser. Wer Kontexte kennt, trifft klügere Entscheidungen. Und wer nicht nur als Ressource behandelt wird, bringt mehr von sich ein.

Hier ist nichts revolutionäres dran. Es ist einfach nur echtes Interesse am Menschen. Und genau deshalb denken so viele:

Für so jemanden möchte ich arbeiten.

Dieser Beitrag wurde von Melan Thuraiappah am 29.01.2026 auf LinkedIn veröffentlicht.

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