"Get your ship together"
1997 übernahm Captain D. Michael Abrashoff die USS Benfold – eines der schlechtesten Schiffe der gesamten US Navy. Schlechte Moral, hohe Kündigungsabsicht, mangelndes Vertrauen und kaum Initiative.
Intern sprach man vom „Problemfall“.
Und Abrashoff machte etwas, das im militärischen Kontext fast paradox wirkt:
Er hörte zu.
Er setzte sich mit jedem der 310 Crewmitglieder zusammen. Immer mit derselben Frage:
„Was würden Sie ändern, wenn Sie das Schiff leiten würden?“
Die Antworten waren ehrlich. Manche unbequem. Viele überraschend klug.
Der Unterschied:
Er sammelte sie nicht nur – er handelte danach. Und zwar zeitnah.
Die Game Changer:
- „Get your ship together“: Ownership statt Befehlskette
Abrashoff stellte die Logik auf den Kopf.
Nicht: „Ich bin verantwortlich für euch.“
Sondern: „Ihr seid verantwortlich für dieses Schiff.“Er gab Verantwortung ab. Er gab Vertrauen vor. Und plötzlich begann die Crew mitzudenken, statt nur auszuführen.
- „Menschen verlassen nicht die Navy. Sie verlassen ihre Chefs“: Respekt als Führungsstrategie
Er behandelte jeden an Bord wie ein Talent – nicht wie ein Teil der Maschine.
Er lobte öffentlich.
Kritisierte respektvoll.
Und schuf ein Umfeld, in dem Menschen sich trauten, ihre Stimme zu nutzen. - „Kultur im alltäglichen spürbar machen“: Kultur entsteht im Verhalten – nicht im Leitbild
Für ihn war klar:
Eine schlechte Kultur entsteht nicht durch schlechte Menschen.
Sondern durch schlechte Erfahrungen.Also veränderte er Rituale, Sprache, Entscheidungswege.
Innerhalb von 12 Monaten wurde die USS Benfold zu einem der leistungsstärksten Schiffe der gesamten Pazifikflotte.
Gleiche Crew.
Gleiche Ressourcen.
Gleiche Mission.
„Nur“ andere Führung.
Vielleicht ist das alte Beispiel ein wichtiger Impuls für moderne Organisationen.
Dieser Beitrag wurde von Melan Thuraiappah am 20.12.2025 auf LinkedIn veröffentlicht.