Wer Ki fürhen will, muss menschen mögen!
Habt ihr auch Angst, dass euch die KI irgendwann überflüssig macht?
Ständig liest man neue Studien, welche Jobs in Zukunft von Maschinen erledigt werden. Das Handelsblatt bspw. berichtete in der vergangenen Woche, dass 67 % der Aufgaben von Führungskräften automatisierbar sind – Planung, Reporting, Kontrolle, all das, was oft die Agenda füllt, aber selten Sinn stiftet. Selbst im Top-Management wird der mögliche Automatisierungsgrad auf 55 % taxiert. Klingt bedrohlich, ja. Das verunsichert, in jeder Veränderung gibt es aber auch immer Chancen für die Neugierigen und Lernenden.
Eine aktuelle Studie des National Bureau of Economic Research (Link in den Kommentaren) zeigt etwas Erstaunliches: Der Umgang mit Menschen lässt die Führungsqualitäten im Umgang mit KI-Agenten vorhersagen. Tests mit Führungskräften zeigten: Wer als Führungskraft gut darin ist, mit seinem Team Probleme zu lösen, ist mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit auch gut darin, KI-Agenten effektiv zu nutzen.
Die Forschung zeigt weiter, dass Manager, die höhere Werte bei sozialer und fluider Intelligenz aufweisen, sich aktiv an Gesprächen beteiligen, mehr Fragen stellen, besser zuhören und empathisch auf Antworten reagieren, nicht nur als bessere Führungskräfte gelten, sondern auch die KI besser steuern können. Mit anderen Worten: Gute Führung bleibt gute Führung – egal, ob der „Follower“ aus Fleisch und Blut besteht oder aus Codes.
KI ersetzt nicht Führung, sie spiegelt sie. Sie zwingt uns, wieder das zu tun, was echte Führung ausmacht: Fragen stellen, zuhören, Orientierung geben, herausfordern, umdenken.
Es war bisher so und es wird mit KI auch so sein: Die besten Führungskräfte sind nicht die, die alles wissen, sondern die, die bessere Fragen stellen und bereit sind, ihre Perspektive zu wechseln. Führung von Maschinen wie von Menschen heisst: weniger sagen, mehr fragen, weniger dozieren, sondern mehr moderieren. Es geht nicht darum, selbst immer der Intelligenteste zu sein, sondern die Intelligenz der anderen so zu orchestrieren, dass die besten Ergebnisse daraus entstehen.
KI kann schneller Informationen liefern – aber keinen Sinn stiften. Sie kann bessere Entscheidungen berechnen – aber keine Richtung vorgeben. Sie kann in allem Muster erkennen – aber keine Menschen verbinden. Die Zukunft gehört nicht den Managern, die Prozesse optimieren und ständig Daten generieren – sondern denen, die Energie und Sinn erzeugen.
Dieser Beitrag wurde von Wolfang Jenewein am 27.10.2025 auf LinkedIn veröffentlicht.