Wer, ausser Gianni Infantino, braucht noch eine FIFA Klub-WM

wer, ausser gianni infantino, braucht noch eine fifa klub-wm?

Gestern Abend konnte man im TV zwei Events auf höchstem Niveau erleben. Zum einen die FIFA Klub-WM mit dem Spiel Paris SG gegen Chelsea und zum anderen das Wimbledon-Finale zwischen Jannik Sinner und Carlos Alcaraz.

Ich sehe beides gerne, Fussball wie Tennis. Nur leider konnte ich der ganzen FIFA Klub-WM in den USA sehr wenig abgewinnen. Warum muss man nach so vielen Spielen in den regulären Meisterschaften und den kontinentalen Events auch noch eine sogenannte WM unter den Fussballklubs ausspielen? Doch nur des schnöden Mammons wegen und eines FIFA-Präsidenten, der die Bühne des Weltfussballs immer mehr dazu nutzt, seine Macht und seine Eitelkeit zu demonstrieren.

Der einzig positive Aspekt dieser WM war wohl, dass man auch mal Teams aus Asien, Afrika und Südamerika im Wettstreit mit europäischen Teams sehen konnte.

Aber auch die Spieler waren wohl mehrheitlich genervt von den vielen zusätzlichen Spielen, den heissen Temperaturen, den langen Reisen zwischen den Stadien und der scheinbar nicht enden wollenden Saison. Die Schlägerei zwischen den Protagonisten von Paris und Chelsea nach dem Schlusspfiff des Finals war wohl nur ein Ausdruck der angespannten Nerven auf allen Seiten. Sogar dem sonst so souveränen Trainer der Pariser, Luis Enrique, ist am Ende noch die Hand ausgerutscht. Was für ein unwürdiges Ende dieses Turniers.

Die ganze Veranstaltung ist aber nicht nur für die Belastungssteuerung der Profis eine grosse Hypothek, sondern auch für das Image des Fussballs. Wenn man mittlerweile neben den 34 Ligaspielen, den regelmässigen Europa- und Weltmeisterschaften mehr oder weniger zu jeder Jahreszeit auch noch Real Madrid gegen Dortmund, Juventus gegen Man City oder Bayern München vs. PSG sehen kann, dann entwertet man das Produkt Fussball. Es wird inflationär und immer weniger interessant. Wie schon J. M. Keynes sagte: “Inflation ist eine Form von Diebstahl.”

Übrigens: Auf dem Siegerpokal ist gleich zweimal der Name von Gianni Infantino eingraviert. Neben seiner Signatur steht die Bezeichnung „Gründungspräsident Gianni Infantino“, eine weitere Inschrift preist Infantino zudem als zentrale Figur hinter dem Turnier mit den Worten: „Wir sind Zeugen einer neuen Ära … die FIFA Klub-Weltmeisterschaft. Der Gipfel aller Klubwettbewerbe. Inspiriert vom FIFA-Präsidenten Gianni Infantino“, heisst es auf der mit 24 Karat Gold verzierten Trophäe.

Dieser Beitrag wurde von Wolfang Jenewein am 04.08.2025 auf LinkedIn veröffentlicht.

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