Sag öfter NEIN, um Dich selbst zu retten!

Sag öfter NEIN, um Dich selbst zu retten!

Wolfgang bei einem Speech

Eine neue Studie mit über 31.000 Führungskräften aus 31 Ländern zeigt ein alarmierendes Ergebnis: Zwei Drittel geben an, nicht zu den wirklich wichtigen Themen in ihrem Unternehmen zu kommen.

Kein Wunder!

Wir sitzen ständig in (Teams-)Meetings, rennen von einem „dringenden Thema“ zum nächsten, löschen Brände, bevor wir überhaupt wissen, wo sie entstanden sind. Gleichzeitig laufen zeitgleich unzählige Initiativen, Projekte und Transformationen, von denen kaum jemand mehr den Überblick hat.

Das Tragische daran: Die meisten dieser Themen sind einzeln betrachtet durchaus sinnvoll. Doch in Summe ersticken sie unsere Organisationen.

Anstatt gemeinsam zu priorisieren, prasseln Anforderungen aus allen Richtungen auf uns ein – jede Abteilung hat ihre eigenen Prioritäten, jede Führungskraft ihre eigene Agenda. Und weil wir niemanden enttäuschen wollen, sagen wir oft das, was kurzfristig am einfachsten ist: Ja.

Ein schnelles Ja schafft Ruhe. Es vermittelt Hilfsbereitschaft, Teamgeist, Loyalität. Doch das trügerische Gefühl hält nicht lange an. Nach kurzer Zeit holen uns die Folgen ein: Wir fühlen uns überfordert, fremdgesteuert, verlieren die Freude an unserer Arbeit – und irgendwann auch unsere Gesundheit.

Ein Nein hingegen ist unbequem. Es kann Spannungen erzeugen, Risiken bergen, uns kurzfristig unbeliebt machen. Und dennoch: Langfristig ist es die ehrlichere, effektivere und gesündere Antwort.

Denn jedes Ja ist zugleich ein Nein – zu etwas anderem:
Zu Fokus. Zu Qualität. Zu Erholung.

Wer bewusst Nein sagt, trifft dagegen in Wahrheit eine Entscheidung für: Klarheit, Konsequenz und Integrität.

Gut begründete Neins schaffen Vertrauen. Sie zeigen, dass man Prinzipien hat und sich nicht von jeder Welle mitreissen lässt. Und wer sich traut, Nein zu sagen, öffnet paradoxerweise erst den Raum für echte Produktivität und Performance.

Ich bin überzeugt: Wenn wir in Unternehmen eine Kultur schaffen, in der das Nein nicht als Widerstand, sondern als Verantwortungsbewusstsein verstanden wird, hätten wir weniger Stress, weniger Burnouts – und mehr echte Resultate. Vielleicht wären dann sogar auch einige unserer Grossprojekte wie Stuttgart 21 oder der BER termingerecht fertig geworden.

Dieser Beitrag wurde von Wolfang Jenewein am 10.10.2025 auf LinkedIn veröffentlicht.

© , Jenewein AG